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Brüdertag in Rummelsberg zu den „Wurzeln unseres Handelns“

Gemein­schaft mit Wurzeln und Boot

Es war ein an Impres­sionen reicher Brüdertag, zu dem sich heuer die Brüder in Rummelsberg trafen. Arbeiten am Thema, Weiter­führung und Konkre­ti­sierung der auf den Konventen gesam­melten Vorschläge („Bilanz und Perspek­tiven“), Ehrung der Jubilare, geist­liche Impulse und
die Gottes­dienste und dazu die vielen Begeg­nungen und Gespräche erwar­teten die Teilnehmer.
„Wurzeln unseres Handelns – Zukunft auf gutem Grund“ stand als Thema über dem wieder bestens organi­sierten Wochenende, das unter anderem Rektor Dr. Günter Breitenbach mit seinem Referat zum Thema und als Prediger im Sonntags­got­tes­dienst prägte. Einzig das Wetter setzte der Versammlung zu, denn die heißen Sonnentage waren strapaziös – für alle. Tradi­tionell markierten die Gottes­dienste den Beginn und das Ende – der Vorstel­lungs­got­tes­dienst der Jungbrüder am Freitag und der Festgot­tes­dienst am Sonntag.

Auftakt mit Boot

Sie hätten das Grund­se­minar erfolg­reich durch­laufen, attes­tierte Brüder­senior Martin Neukamm im Freitags­got­tes­dienst den zehn jungen Männern, und damit nun aktives Wahl- und Stimm­recht in der Brüder­schaft. „Schön, dass ihr da seid und herzlich willkommen, junge Brüder.“ Mit einem schwungvoll, kreativ und sehr abwechs­lungs­reich gestal­teten Gottes­dienst stellten sich diese vor.  Als symbol­träch­tiges Bild für ihre Gemein­schaft hatten sie das Boot gewählt und trugen dafür ein Kanu in die Philip­pus­kirche. Auch wie sie sich panto­mi­misch vorstellten – unter anderem als Wogen­glätter, Segel­setzer, Seelen­retter – passte dazu. „Wir wollen anpacken, mitrudern“, lautete eine Aussage, und: „Wir können den Wind nicht ändern, aber helfen, die Segel neu zu setzen.“

Das Steuer übergeben

Fünf Jahre lang lenkten sie im Brüder­schaftsrat ehren­amtlich die Geschicke der Brüder­schaft, nun legten die ausschei­denden Mitglieder das Ruder in andere Hände. Im Rahmen des Gottes­dienstes erfolgte ihre Entpflichtung bezie­hungs­weise die Einführung der neu in diesen Kreis gewählten Brüder und Frauen. „Danke, dass ihr am Schiff Brüder­schaft mit gebaut habt“, dankte ihnen Neukamm von Herzen für das große Engagement während dieser Zeit.

Über die Wurzeln

Über die „Wurzeln unseres Handelns“ sprach Breitenbach nach dem Geschäftsteil im Saal des Rummels­berger Berufs­bil­dungs­werkes am Samstag. Einpräg­samstes Bild dürfte wohl das dichte Wurzel­ge­flecht des alten Feigen­baums gewesen sein, mit dem er seinen Vortrag unter­malte. Wo ein Baum stehe, sei es bis zu sechs Grad kühler, infor­mierte er die Brüder, sprach von Herz‑, Flach- und Pfahl­wurzlern. Wurzeln seien ein Wunderwerk der Natur und trügen zum Reifen, Wachsen und Entfalten des Baumes bei. Wo die Bäume sterben, sei die Gottes­be­ziehung gestört. Näher beleuchtete er zudem die vier Säulen des Glaubens: leiturgia (dem Glauben Ausdruck verleihen), martyria (den Glauben bezeugen), diakonia (Zuwendung erfahren und Verant­wortung fürein­ander übernehmen) sowie koinonia (einander begegnen, mitein­ander leben, Gemein­schaft). Besonders die koinonia hob der Rektor hervor, sprach von Tisch‑, Lebens- und Dienst­ge­mein­schaft. „Gemeinsam bedeutet: gemeinsam durch den Bezug auf Jesus – und verbunden im Gebet.“

Gesichter am Altar

Beim Festgot­tes­dienst am Sonntag in der Philip­pus­kirche, den Orgel (Dr. Thomas Greif) und Posau­nenchor (Leitung Thomas Mrotzek) feierlich umrahmten, standen „Gesicht zeigen“ und die Menschen auf dem Altarbild im Mittel­punkt von Breiten­bachs Predigt. Er wolle sich die letzte Gelegenheit nicht entgehen lassen, noch einmal auf das Altarbild zu sehen, stellte er zur Erhei­terung der Gottes­dienst­be­sucher voran. Die sieben Brüder – gemalt nach realen Vorbildern — schauten auf von ihrer gegen­wär­tigen Verrichtung,  versuchten zu sehen, was bei uns los ist und suchten den Blick­kontakt mit uns, so Breitenbach. Sie täten das diskret, bescheiden, zurück­haltend, dabei hellwach und präsent – erst als Gruppe, dann als Einzel­per­sonen. „Und irgendwie auch als Reprä­sen­tanten der Brüder­schaft.“ Gesicht zeigen sei angesagt, und das sei mehr als Profi­lierung. Unsere Kirche tue gut daran, den gesell­schaft­lichen Heraus­for­de­rungen ihr Gesicht zuzuwenden, so der Theologe. „Wie in den Werken der Barmher­zigkeit. Denn die Augenhöhe zu seinen geringsten Schwestern und Brüdern ist uns durch Christus gegeben.“

Geist­liche Impulse und Gottes­dienste, Wieder­sehen, Feiern und Tisch­ge­mein­schaften, Ehrungen der vielen Jubilare und Ruhestands­brüder – mit Verge­wis­serung und Segen endete dieser an Impres­sionen reiche Brüdertag.

Quelle: Brüder­schafts­blatt 5/19 der Rummels­berger Brüderschaft
Text und Fotos: Dorothée Krätzer

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