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Das wandernde Gottesvolk

Im Gespräch mit Hanno Roth und Katrin Anding von der Brüder- und Schwesternschaft Johannes Falk Eisenach über Heimatverlust, die berufsbegleitende Ausbildung und Diakone in der Landeskirche.

Katrin Anding und Hanno Roth (Foto: VEDD e.V.)

VEDD: „Brüder und Schwesternschaft Johannes Falk Eisenach“, ihr habt einen besonderen Namen, ganz anders als die anderen Gemeinschaften. Wer war denn Johannes Falk?

Hanno Roth: Johann Daniel Falk, 1768 in Danzig geboren, war ein Satiriker und Schriftsteller. Er wurde von Danzig nach Halle zum Theologie-Studium geschickt, hat aber nach einem Jahr das Studium abgebrochen und eine satirische Zeitschrift herausgegeben. Er hat Weimar zweimal vor der Plünderung durch napoleonische Truppen bewahrt. Daher war er Ehrenbürger der Stadt und hatte als solcher ein festes Einkommen. 1813 hat er angefangen, als Sozialarbeiter junge Menschen von der Straße zu holen, deren Leid er gesehen hat. 1813 hat er die Gesellschaft der Freunde in der Not gegründet, gemeinsam mit Herder, Wieland und Goethe. Er hat viele Jugendliche in Familien und Arbeit vermittelt, so dass sie eine Ausbildung machen konnten. Das war der Anfang der Rettungshausbewegung in Deutschland. Er war auch für Wichern eine Inspiration. Wichern hat viel von ihm gelernt, konnte seine Ideen dann aber besser ausdrücken. Falk ist nicht viel gereist, aber nach Eisenach ist er regelmäßig gekommen. Er hat hier ein Rettungshaus aufgebaut, zusammen mit der Eisenacher Gemeinde. Das ist der Bezug zu uns. Das Falkhaus, unser ehemaliges Gemeinschaftshaus, war früher Ausbildungsstätte für junge Menschen.

VEDD: Wie kommt ihr als Gemeinschaft da ins Spiel?

Hanno Roth: Wir waren zunächst die Brüderschaft des Falkhauses, dann die Brüder- und Schwesternschaft des Falkhauses.

Katrin Anding: Seit 1993 heißen wir schon Brüder- und Schwesternschaft, aber 2008 haben wir darüber nochmal neu diskutiert. Es gab dann ganz viele Vorschläge, aber uns war im Zusammenhang mit dem Verlust des Falkhauses vor allem wichtig, dass der Name „Johannes Falk“ weiterhin vorkommt.

VEDD: Wieso Verlust des Falkhauses?

Hanno Roth: Die Gemeinschaft war unselbstständiges Werk der Thüringer Landeskirche. Das Falkhaus gehörte, bis es verkauft wurde, der Landeskirche. Zum Falkhaus gehörte der Falkhof, eine ehemalige Ausflugsgaststätte, die an einem sehr steilen Hang lag, der stückchenweise immer weiter auf den Hof rutschte. Mit dem Geld, das die Landeskirche aufwenden wollte, wäre der Hof nicht zu halten gewesen, also wurde beides verkauft. Heute ist der Falkhof leer und das Falkhaus ist ein Wohnhaus.

VEDD: Dadurch habt ihr dann eure Gemeinschaftsstädte verloren? Was habt ihr dann gemacht?

Katrin Anding: Viele haben geweint, das war für viele ganz tragisch. Ein Interessent stand damals in unserem Andachtsraum und sagte, er könne sich hier einen Swimmingpool gut vorstellen. Das war natürlich bitter. Wir waren dann einige Zeit wie ein wanderndes Gottesvolk. Eine richtige Heimat wie das Falkhaus haben wir bis heute nicht wieder gefunden, auch wenn das Mutterhaus ein Stück Heimat geworden ist.

Hanno Roth: Das diakonische Bildungsinstitut, das die Diakonenausbildung anbietet, ist auch aus dem Falkhaus hervorgegangen. In der DDR war Diakon ein kirchlich anerkannter Ausbildungsberuf. Niemand hat danach gefragt, ob es auch eine staatliche Anerkennung gibt. Inhaltlich war aber der soziale Beruf – Erzieher oder Heilerziehungspfleger – schon immer Teil der Ausbildung, ebenso wie die Theologie. Nach der Wende hat sich die Frage gestellt, ob die Absolventen auch außerhalb von Kirche und Diakonie beschäftigt werden können. Der damalige Leiter des Falkhauses, Pfarrer Hermann, hat es geschafft, das Bildungsinstitut zu einer Fachschule zu machen und die staatliche Anerkennung als Erzieher bzw. Heilerziehungspfleger erreicht.

VEDD: Damals war die Ausbildung noch eine grundständige Ausbildung?

Hanno Roth: Ja, genau, fünf Jahre hat sie gedauert inklusive Fachausbildung und theologischer Ausbildung. Das Falkhaus war in dieser Zeit ein Ensemble mit dem Falkhof, dort haben die Auszubildenden gewohnt und die Ausbildung hat dort stattgefunden, aber eine klassische Ausbildungsstätte war es nie, das wurde später erst das Diakonische Bildungsinstitut.

Katrin Anding: Ende der 90er Jahre hat sich dann die Struktur geändert, nun haben die Auszubildenden erst die Erzieher-Ausbildung gemacht und danach die Diakonenausbildung. Das hat bis ungefähr 2005 gedauert, erst in Vollzeit, später dann berufsbegleitend, was ich schade finde. Ich war im vorletzten Jahrgang der grundständigen Ausbildung.

Hanno Roth: Als ich 2008 meine Ausbildung gemacht habe, war ich im zweiten berufsbegleitenden Jahrgang. Hätte sich das nicht verändert, wäre ich sicherlich kein Diakon geworden.

VEDD: Was haben diese Änderungen mit euch als Gemeinschaft gemacht? 2006 klingt zwar ein bisschen nach gestern, aber das ist ja auch schon fast 20 Jahre her.

Katrin Anding: Wir sind heute viel bunter und weiter gestreut. Früher kamen die Gemeinschaftsmitglieder vor allem aus Eisenach und Umgebung. Jetzt kommen Menschen aus ganz Deutschland zu uns, die auf der Suche nach einer berufsbegleitenden Möglichkeit sind.

VEDD: Wie viele seid ihr heute?

Hanno Roth: Ich habe erst vor kurzem mit einem ehemaligen Ältesten zusammengesessen und habe gesagt, dass wir erstmals über 200 Gemeinschaftsmitglieder sind. Da war er ganz verblüfft, denn als er 2008 als Ältester aufgehört hat, waren es nur ungefähr 150. Um jetzt nochmal zur Geschichte zurückzukommen: Unsere Gemeinschaft war, wie gesagt, früher ein unselbstständiges Werk der Kirche. Als die Kirchenprovinz Sachsen und die Thüringer Landeskirche sich zusammengeschlossen haben, waren diese unselbstständigen Werke nicht mehr erwünscht. Plötzlich stand unsere ganze Gemeinschaft zur Disposition. In einem Zukunftsprozess haben wir uns dann Gedanken gemacht, wie es weitergeht. Wir haben auch über einen eingetragenen Verein nachgedacht oder ob wir uns irgendwo anschließen. Die Diakonissenhaus-Stiftung lag dann am nächsten. Aber plötzlich hatten wir keinen voll bezahlten Ältesten mehr, das ging sukzessive zurück, heute bin ich ehrenamtlich Ältester und wir erhalten nur noch einen Zuschuss zu den Personalkosten der Geschäftsstelle von der Landeskirche

VEDD: Aber die Arbeit hat sich doch nicht verändert, du hast doch noch die gleichen Aufgaben, wie es damals der hauptamtliche Älteste hatte?

Hanno Roth: Die Arbeit hat sich nicht sofort verändert, aber in den letzten 15 Jahren ist natürlich viel passiert. Viele der Aufgaben sind nun in die Evangelisch-Lutherische Diakonissenhaus-Stiftung übergangen, das ist die Muttergesellschaft der Diako Thüringen. Wir brauchen im Grunde keinen geschäftsführenden Ältesten mehr.

VEDD: Erklär mir das mit dem Mutterhaus bitte noch näher.

Hanno Roth: Das Diakonissen-Mutterhaus am Karlsplatz ist der Ursprung der weiblichen Diakonie in Eisenach. Unsere Gemeinschaft war quasi die Grundlage für die männliche Diakonie. Beide haben in Eisenach miteinander gewirkt. Früher hat man zum Spaß gesagt: „Schwestern schlagt die Augen nieder, um die Ecke kommen Brüder.“ Und bei den Brüdern hieß es: „Bruder Klaus, wo warst du gestern? In der Türe stehen Schwestern.“

VEDD: Da hat sich dann wirklich viel verändert. Wie ist eure Rolle und euer Verhältnis heute?

Hanno Roth: Wir sind ganz anders als die Gemeinschaft des Mutterhauses. Wir sind deutlich mehr und gehören dem VEDD an, während die anderen dem Kaiserswerther Verband angehören. Sie sind rund 120 Diakonissen und diakonische Schwestern und Brüder. Als wir heimatlos wurden, weil das Falkhaus geschlossen wurde, waren wir erstmal dankbar, dass wir dort aufgenommen wurden. Wir kamen aber auch nicht mit leeren Händen, wir hatten einiges an Beitragsvermögen, das wir quasi als Mitgift in die Stiftung eingebracht haben. Am Anfang hatten wir ein gemietetes Büro im Haus, da haben wir noch jede Kopie einzeln bezahlt. Heute ist unsere Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle auch bei der Schwesternschaft und bei der Stiftung angestellt. Diese macht mittlerweile die Buchhaltung für uns und wir zahlen auch keine Miete mehr.

Katrin Anding: Für alle, die heute anfangen, ist das ganz normal, so, als sei es schon immer so gewesen. Für uns Ältere hat sich diese Veränderung am Anfang nicht gut und richtig angefühlt, wir waren quasi Bittsteller. Aber heute hat sich das ein wenig verheimatet.

VEDD: Es arbeiten ja nicht viele Diakone und Diakoninnen bei der Diako Thüringen, oder? Was machen die anderen?

Katrin Anding: Auch das hat sich extrem verändert durch die berufsbegleitende Ausbildung. Ursprünglich hat man die Ausbildung gemacht und wurde dann bei Kirche oder Diakonie angestellt. Nun kommen viele schon als Erzieher oder Altenpfleger in die Ausbildung und sind daher schon in einem sozialen Beruf tätig. Es kommen ja ganz verschiedene Menschen zu uns. Das kann auch die Sekretärin von der Stadtverwaltung sein, die regelmäßig Andachten anbietet oder Menschen seelsorgerlich begleitet und sich in dem Bereich weiterbilden will. Oder sie arbeitet im Gemeindekirchenrat und macht in ihrem Ort auch Christenlehre.

Hanno Roth: Im Diakonengesetz steht, dass alle die Ausbildung machen können, die in Kirche und Diakonie arbeiten oder einen für Kirche und Diakonie dienlichen Tätigkeitsbereich haben.

VEDD: Ihr seid also eine ganz bunt gemischte Gemeinschaft? Wie funktioniert das, wenn sich die verschiedenen Generationen begegnen?

Hanno Roth: Das funktioniert gut, würde ich sagen. Wir haben ein paar sehr verrückte Konstellationen. Wir hatten beispielsweise einen Polizisten aus Berlin in unserer Gemeinschaft, der in seiner Freizeit Gefängnisseelsorge gemacht hat. In Berlin konnte er keinen Diakonenkurs machen, weil er keinen sozialen Beruf hat. Also hat er bei uns die Ausbildung gemacht und begann dann hauptberuflich als Gefängnisseelsorger. Im letzten Kurs haben wir den Leiter einer psychiatrischen Klinik aus Hessen ausgebildet. Das heißt, wir bilden auch viel aus für Bereiche außerhalb unserer Landeskirche. Im November wurde beispielsweise ein Baptist mit eingesegnet.

VEDD: Das heißt, der Eintritt in die Gemeinschaft und die Einsegnung in das Amt sind bei euch zwei verschiedene Prozesse?

Katrin Anding: Genau. Seit 2017 ist es erst wieder verpflichtend, in die Gemeinschaft einzutreten, wenn man Diakon sein möchte.

VEDD: Was macht euch noch besonders als Gemeinschaft, also neben eurem Namen und eurem Status als wanderndes Gottesvolk?

Katrin Anding: Diese ganzen Prozesse und die Struktur machen uns besonders. Mir fehlt das Falkhaus immer noch ein bisschen. Da bin ich manchmal neidisch auf Gemeinschaften an anderen Orten, wie zum Beispiel in Neinstedt. Wir müssen uns immer fragen: Wo können wir tagen? Und es hat sich bei uns in sehr kurzer Zeit sehr viel verändert. Es gibt uns ja noch nicht mal 70 Jahre.

Hanno Roth: Außerdem ist die Fachschulausbildung auch etwas Besonderes, die gibt es nicht mehr so häufig. Ich kann mich noch an ein Gespräch mit einem Professor erinnern, der mir kurz nach meinem Antritt als Ältester gesagt hat, wir müssten im Zuge des Bologna-Prozesses die Fachschulausbildung endlich hinter uns lassen. Ich war ganz neu, habe mich aber hingestellt und gesagt: Das geht nicht! Ich möchte, dass die Krankenschwester ohne Hochschulreife bei uns die Ausbildung machen darf, das kann nicht wegfallen.

VEDD: Das macht euch als Gemeinschaft sehr bodenständig. Viele Personen im direkten Dienst am Menschen.

Katrin Anding: Der Nachteil ist, dass es schwieriger geworden ist, als Gemeindepädagogin in der Kirchgemeinde angestellt zu werden. Da bedaure ich manchmal, dass es „nur“ ein Fachschulabschluss ist. Doch den Prozess, aus der Fachschulausbildung eine Hochschulausbildung zu machen, haben wir verpasst.

Hanno Roth: Dafür haben wir es geschafft, dass Menschen, die bei uns den Fachschulabschluss machen, danach die Fachhochschulreife haben und auch einige Credit Points anrechnen lassen können. Danach können sie in Bethel oder Dresden oder Hephata studieren und so diese Erstausbildung erweitern. Aber die meisten Menschen, die zu uns kommen, haben schon einen Beruf und eine Anstellung und wollen sich eher theologisch und spirituell weiterentwickeln.

Katrin Anding: Dadurch fehlen aber Diakone, die das geistliche Amt in der Kirchgemeinde übernehmen.

Hanno Roth: Die Ausbildung „Diakon“ gibt es ja außerhalb von Kirche gar nicht als Beruf. Ich bin Berufsbetreuer und Dozent. Aber alles, was ich tue, ist immer diakonisch eingefärbt, es leuchtet quasi immer der Diakon im Hintergrund, zumindest bemühe ich mich darum. Ich hatte vor einiger Zeit einen Termin am Gericht und als ich dem einen der beiden Richter meine Karte gab, auf der „Diakon“ steht, meinte der, dass das ja schön sei, dann könne man ja mit der Tageslosung beginnen, ob ich die dabei hätte. Dann haben wir also erst mal eine kurze Besinnung zur Tageslosung gemacht, die andere Richterin war sehr irritiert.

VEDD: Und was machst du, Katrin?

Katrin Anding: Ich bin Erzieherin und arbeite als Gemeindediakonin, ich habe noch die grundständige Ausbildung gemacht. Das ist mir auch ganz wichtig. Ich schreibe unter jedem Artikel und in jedem Zusammenhang die Berufsbezeichnung „Gemeindediakonin“ dazu.

VEDD: Wofür setzt ihr euch als Gemeinschaft ein?

Hanno Roth: Wir positionieren uns eigentlich derzeit gar nicht politisch. Aber viele unserer Geschwister sind politisch engagiert. Ich glaube, wir sind immer noch in diesem heftigen Änderungsprozess zu stark eingebunden. Umzug, Ehrenamt statt Hauptamt, Hineinwachsen in die Stiftung, neues Diakonengesetz, neue Struktur in der Ausbildung… Wir sind immer noch nicht fertig mit dem Prozess.

VEDD: Ihr findet euch also eigentlich noch selbst?

Katrin Anding: Auch dadurch, dass wir so sehr verstreut sind, ist Politik gemeinschaftlich für uns eigentlich kein großes Thema.

VEDD: Was passiert, wenn ich bei euch Mitglied werde?

Hanno Roth: Du wirst zunächst zu einem unserer Regionalkonvente eingeladen und zu den Diakonen in den ersten Dienstjahren, die wir zehn Jahre lang begleiten. Dort kommen alle zusammen: Kindergärtnerinnen, Menschen aus der Kirchgemeinde, Altenpfleger… Da gibt es einen regen Austausch, fachlich, persönlich, spirituell. Und wir vernetzen uns untereinander, mit Blick auf spezifische Inhalte oder auch auf Stellen.

Katrin Anding: Die Vernetzung ist wirklich unglaublich. Während der Ausbildung ist mir das erste Mal aufgefallen, wie viele Diakone ich in meinem Umfeld habe. Die waren alle vernetzt und kannten sich. Auch wenn man sich mal nicht sieht: Sie sind immer da und präsent. Dadurch weiß ich immer, wen ich anrufen und fragen kann.

Hanno Roth: Wir haben auch ein Verzeichnis, in dem alle Adressen stehen, leider stehen die Tätigkeiten nicht drin. Wir haben ja auch wirklich die skurrilsten Berufe. Der Leiter der Bremer Seemannsmission ist beispielsweise auch Diakon unserer Gemeinschaft. Und dann können wir uns ja auch noch im VEDD vernetzen, das geht dann über unsere eigene Gemeinschaft hinaus.

VEDD: Was ist denn eure Vision? Wo wollt ihr hin in den nächsten 15 Jahren?

Katrin Anding: Da ist immer noch dieser Prozess, ich kann mir noch nicht vorstellen, dass das aufhört. Meine Vision ist, dass wir wieder eine Heimat haben, auch wenn das mit dem Gottesvolk nett klingt.

Hanno Roth: Die Ausbildung wird zukünftig auch wieder in Eisenach stattfinden, wir haben neue Räume dafür gefunden, zum Teil im Mutterhaus. Nach Erfurt sind wir ja eher aus strukturellen Gründen gegangen. Das hat auch wieder historische Gründe. Allerding ist es mittlerweile zu teuer in Erfurt geworden. Und wir wünschen uns natürlich, dass die Menschen in Ausbildung auch wieder ein Heimatgefühl entwickeln können.

Katrin Anding: Ich wünsche mir noch mehr Interesse von der Landeskirche an unserem Beruf. Mittlerweile hat sie schon gemerkt, dass sie gar keine Menschen für ihre Stellen findet, wenn sie Diakone und Diakoninnen ausschreibt, jetzt versteht sie langsam, dass sie gar nicht mehr grundständig ausbildet. Mein Wunsch ist, dass Landeskirche die Wichtigkeit der Ausbildung anerkennt. Immerhin sind momentan zwei Diakone in der Synode, das sollte auch so bleiben. Ich in eine davon. Ich setze mich dafür ein, dass Landeskirche uns wahrnimmt.

Hanno Roth: Dazu kommt, dass wir gerade das Mutterhaus übernehmen – das sage ich bewusst provokativ und das ist natürlich auch nicht im Sinne einer tatsächlichen Übernahme gemeint. Aber die Krankenpflege-Ausbildung dort gibt es seit 35 Jahren nicht mehr, die Diakonische Gemeinschaft der Diakonissenhaus-Stiftung ist alt geworden. Bei uns ist das anders. Dieses Jahr starten wir in der Ausbildung mit 16 Personen und unsere Gemeinschaft ist vergleichsweise jung. Da liegt es nahe, über eine gemeinsame Zukunft nachzudenken. Ich vermute, dass es irgendwann nur noch eine Gemeinschaft gibt, die aus Diakonen, Diakoninnen und diakonischen Geschwistern mit anderen Berufen besteht.

Ladet hier das vollständige Interview als PDF. Interview_Eisenach_Februar2025

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