Diakonat als Kettenglied zwischen Kirche und religiösem Bedarf

Verschiedene Verbände im Diakonat tauschen sich bei ihrer Jahrestagung aus
Einmal im Jahr kommen Vertreter:innen verschiedener Verbände im Diakonat im Haus der Diakonie in Berlin-Mitte zusammen, um sich auszutauschen – so auch am vergangenen Montag. Der Verband Evangelischer Diakonen-, Diakoninnen- und Diakonatsgemeinschaften (VEDD), der Kaiserswerther Verband und der Zehlendorfer Verband für Evangelische Diakonie e.V. – drei große Dach- und Fachverbände, die schon seit langem freundschaftlich verbunden sind. Gemeinsam mit Dr. Steffen Merle, dem Referenten für Sozial- und Gesellschaftspolitik bei der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), sprachen die Teilnehmenden der Tagung über verschiedene Themen. Dass diese Themen sich in allen Verbänden ähneln und auch auf EKD- und Diakonieebene bereits identifiziert wurden, war auffallend. Sich verändernde Berufsbilder, das Verhältnis von Diakonie und Kirche und Wertekonflikte bei Fusionen verschiedener Träger sind einige Beispiele für Themen, die alle drei Verbände aufriefen. „Diakonat kann ein wichtiges Kettenglied sein zwischen zurückgehender Bindung an Kirche einerseits und dem steigenden religiösen Bedarf andererseits“, betonte Steffen Merle die Bedeutung des Diakonats.
Die zweite Hälfte des Tages war dem Thema „Sich um die eigene Seele sorgen“ gewidmet – wo können jene, die in Diakonie und Kirche Verantwortung tragen, selbst Seelsorge erfahren? Welche Rolle spielen hierbei auch die diakonischen Gemeinschaften? „Ich erlebe immer wieder, dass Menschen dann zufrieden sind, wenn sie eine hohe Schnittmenge aus Gaben und Aufgaben erleben. Wenn sich die Antworten auf die Fragen: ‘Was will ich?‘, ‘Was soll ich?‘ und ‘Was kann ich?‘ ähneln, dann hat das eine hohe Wirksamkeit“, so Tobias Petzoldt, Geschäftsführer des VEDD.
Auch einen Blick in die Zukunft warfen die drei großen Verbände – die Idee einer gemeinsamen Fachkonferenz für Mitglieder aller drei Verbände stand am Ende der Tagung.
