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Im Gespräch mit Claudia Dorn-Jarchow, neue Älteste der Schwestern- und Brüderschaft des evangelischen Johannesstifts

„Die Schwestern- und Brüderschaft war schon immer eine Größe in meinem Leben“

Claudia Dorn-Jarchow, seit 1. Juni bist du gemeinsam mit Jutta Böhnemann-Hierse Älteste der Schwestern- und Brüderschaft. Was macht eine Älteste?

Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Die Schwestern- und Brüderschaft ist ein e.V., und somit gibt es viel Organisatorisches in der Geschäftsstelle, aber der Kontakt zu den Schwestern und Brüdern ist das Herzstück. Als Älteste repräsentieren wir die Gemeinschaft und nehmen auf Wunsch an den Schwellensituationen des Lebens Anteil, etwa bei Einführungen, Verabschiedungen. Wir freuen uns über  Geburten und Hochzeiten und versuchen in jeder Lebenssituation ein offenes Ohr zu haben.

Könnt Ihr das alles alleine schaffen?

Neee, natürlich nicht. Unsere Gemeinschaft lebt von der Mitwirkung und der Verbundenheit der Mitglieder. Schwestern- und Brüdertag, Seniorenreise, Wanderfreizeit, Frauenwochenende, theologisches Wochenende, Theaterworkshops, regionale Treffen, Zoom-Konvente – das alles geht nur, weil viele sich beteiligen.

Wie seid Ihr verbunden mit dem Wichern-Kolleg, der Kirchengemeinde, dem Johannesstift und der Johannesstift Diakonie?

Wir sind an der Ausbildung der Diakon*innen beteiligt, unterrichten u.a. im Fach Diakonik. In der Kirchengemeinde übernehmen wir die Organisation der Abendgebete. Die Kaffeestube beim Ernte-Dank-Fest hat wirklich feinen Kuchen und der Glühwein zum Adventsbasar ist legendär, aber nur, weil die Studierenden des WichernKollegs mit ackern!  Eine Älteste ist beratendes Mitglied im Stiftungsrat, wir bringen uns bei Arbeitsgruppen zum diakonischen Profil ein und bieten Fortbildungen für die Mitarbeitenden an.

Oh, das wird ja immer mehr… Nun noch der Blick über den „großen Tellerrand“?

Um unsere Partnerschaft zur COD in Brasilien zu beschreiben, fehlt hier der Platz! Wir sind Fördermitglied bei  United4rescue (Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung) und seit vielen Jahren bei  erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung.  Wir bleiben mit unserem Engagement nicht nur auf uns bezogen, sondern blicken auch auf die Herausforderungen dieser Welt.

Du warst als Sozialpädagogin und Diakonin zuvor über 22 Jahre in der Jugendhilfe. Wie war dieser Wechsel für dich?

23 Jahre und 1 Monat, um genau zu sein. Ich habe wirklich sehr gern in der Jugendhilfe gearbeitet. Mein Tätigkeitsschwerpunkt lag in der Begleitung von z.T. sehr jungen Familien. Zuletzt habe ich in einem multikulturellen Team gearbeitet, was auch eine sehr große Bereicherung meines persönlichen Horizontes war.  Die Tätigkeit als Älteste ist eine ganz andere. Aber die Schwestern- und Brüderschaft war schon immer eine Größe in meinem Leben  – ich bin schon während der Ausbildung eingetreten. Erst habe ich mich in der Brasilien-AG engagiert, dann im Leitungskonvent. Es ist also eine logische Weiterentwicklung.

Du wohnst mit deiner Familie schon seit 2003 Im Johannesstift. Hast du Lieblingsorte?

Jahrelang habe ich mit meinen Jungs  die zahlreichen schönen Spielplätze hier genossen. Heute bin ich gern in fröhlicher Nachbarschaft bei Public Picknick im JoCa am Freitag Abend. Ich bin gern draußen unterwegs, drehe eine Runde ums Feld oder mit dem Fotoapparat ums Teufelsmoor oder gönne mir einen halben Tag mit Walkingstöcken im Spandauer Forst.

Was wünschst du dir fürs Johannesstift?

Dass es weiterhin ein lebenswerter, grüner  Ort mit viel Gemeinschaft und engagierten Menschen bleibt.

Vielen Dank!

Das Gespräch führte Barbara Seybold am 30. Juni.

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