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Im Gespräch mit Diakon Sebastian Haupt

Sebastian Haupt wurde 2022 als Diakon eingesegnet und ist Mitglied in der Diakoneo Gemeinschaft Neuendettelsau. Er ist Pädagoge und Erlebnispädagoge und arbeitet als Referent im Diakonisch-Theologischen Dienst sowie als Bildungsberater in der DiaLog Akademie. Wir haben ihn im Rahmen der DIAKONIA DRAE Konferenz im September 2023 getroffen.

VEDD: Warum bist du Diakon geworden?

Sebastian Haupt: Ich habe mich viele Jahre in meiner Heimatkirchengemeinde in Heilsbronn ehrenamtlich engagiert. Dabei habe ich gemerkt, wie gut es tut, in Gemeinschaft etwas auf die Beine zu stellen. Bei meiner ersten Stelle in der Begleitung von Freiwilligendienstleistenden wurde mir klar, wie gern ich Menschen auch auf ihrem spirituellen Lebensweg begleite. Es ist mir wichtig, mich mit meinem eigenen Glauben auseinanderzusetzen und meine eigene Spiritualität immer wieder neu zu hinterfragen. Ich lerne gern neue Perspektiven und Meinungen kennen. Für mich steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kirche und Diakonie Menschen heute unterstützen und begleiten kann. Dabei ist es mir wichtig, Kirche sprachfähig und modern zu machen. Ihre Aussagen sind absolut zeitgemäß, aber eben nicht immer verständlich. Als Diakon möchte ich gern Schnittstelle sein zwischen der Kirche und den Menschen, die wir in der Diakonie erreichen.

VEDD: Du hast ein sehr heterogenes Arbeitsfeld. Was gehört alles zu deinen Aufgaben?

Sebastian Haupt: Als Referent im diakonisch-theologischen Dienst bin ich administrativ tätig. Meine Aufgabe ist es, das diakonisch-spirituelle Profil von Diakoneo mitzugestalten. Gemeinsam entwickeln wir spirituelle Angebote weiter. Bei Diakoneo gab es in den vergangenen Jahren einige Umbrüche, beispielsweise durch den Wegfall der ACK-Klausel und die Fusion der Diakonie Neuendettelsau mit der Diak Schwäbisch Hall. Heute arbeiten viel weniger christliche Mitarbeitende in den Einrichtungen, als noch vor fünf oder zehn Jahren. Auch die Klientinnen und Klienten werden diverser. Es ist wichtig, die bestehenden, spirituellen Angebote zu prüfen, zu überdenken und neu zu gestalten. Meistens ist meine Arbeit projektbezogen. Das Projekt, das mich in den vergangenen Wochen am meisten beschäftigt hat, ist natürlich die DIAKONIEA DRAE Konferenz.

VEDD: Was ist das für eine Konferenz und was ist das wichtigste Ziel?

Sebastian Haupt: Die DIAKONIA DRAE Konferenz hat mehrere Ziele. 150 diakonische Mitarbeitende aus verschiedenen europäischen und afrikanischen Ländern kommen für fünf Tage zum Austausch und zur Vernetzung zusammen. Es geht darum, in der internationalen Gemeinschaft zu erleben, was Gemeinschaft in anderen Ländern heißt und voneinander zu lernen. Und darum, Kirche und Diakonie in einen internationalen Kontext zu stellen. Dieser Austausch und die gemeinsame Beschäftigung hilft dabei, die eigenen Sichtweisen zu überdenken.

VEDD: Du bist Teil der Diakoneo-Gemeinschaft. Welche Rolle spielt diese Gemeinschaft in deinem Leben?

Sebastian Haupt: Die Gemeinschaft ist mir sehr wichtig geworden. Hier muss ich mich nicht erklären, es kommen Menschen mit ähnlichen Sichtweisen zusammen, die alle ihren Glauben im Arbeitsalltag leben möchten. Die Diakoneo-Gemeinschaft ist eine neue Gemeinschaft, in der wir gemeinschaftliches Leben gemeinsam hinterfragen und neu gestalten. Was heißt es denn in der heutigen Zeit, einer Gemeinschaft anzugehören und diakonisch zu arbeiten? Wie können wir als Gemeinschaftsmitglieder sprachfähig werden und wie können wir den diakonischen Geist zu den Menschen tragen, mit denen wir arbeiten?

Die DIAKONIA World Federation bietet ein internationales Netzwerk diakonischer Beziehungen an. Sie verbindet all jene, die sich weltweit in der diakonischen Arbeit engagieren. Diakonische Gemeinschaften, Organisationen und Verbände gehören ihr an. Sie gliedert sich in drei regionale Untergruppen:
DIAKONIA DRAE: Region Afrika und Europa
DIAKONIA DAP: Region Asien und Pazifik
DIAKONIA DOTAC: Region Amerika und Karibik
Die Diakoneo Gemeinschaft Neuendettelsau gibt es seit Oktober 2020. Die Diakonissengemeinschaft, die Diakonsche Schwestern- und Brpderschaft sowie die Mitarbeitenden im Diakonat haben sich in ihr zusammengeschlossen. Die Gemeinschaft steht den Mitarbeitenden von Diakoneo offen.
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