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Kirche und Diakonie eröffnen evange­li­schen Thinktank midi in Berlin

Mit einem festlichen Gottes­dienst in der Berliner Golgatha-Kirche eröffnete Landes­bi­schof Markus Dröge am 27. Mai die Evange­lische Arbeits­stelle für missio­na­rische Kirchen­ent­wicklung und diako­nische Profil­bildung (midi). midi soll als Thinktank und Experi­men­tierraum die Zusam­men­arbeit von Kirche, Mission und Diakonie voranbringen.
Auf der ersten Jahres­tagung von midi äußerten sich heute führende Vertreter der drei Bereiche zu den künftigen Arbeits­feldern der neuen Arbeits­stelle, hierzu zählten Dr. Thies Gundlach, Vizeprä­sident des Kirchen­amtes der Evange­li­schen Kirche in Deutschland (EKD), Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland und Landes­bi­schof i.R. Ulrich Fischer, Vorsit­zender der Arbeits­ge­mein­schaft Missio­na­rische Dienste (AMD).

Die Bedeutung des Auftrags von midi zeige sich angesichts der jüngsten Prognose, nach der sich die Mitglie­derzahl der Kirchen in Deutschland bis 2060 halbiert haben soll, erklärte Gundlach. Deshalb müsse die Kirche als Insti­tution jetzt ein Selbst­ver­ständnis frei von ihrer Größe entwi­ckeln und zu einer flexiblen Organi­sation werden. Die Einrichtung der neuen Arbeits­stelle sei von der Sehnsucht nach einem Kreativraum geprägt, in dem frisch und quer gedacht werde.
midi soll Wege der Zusam­men­arbeit von Kirche und Diakonie vor Ort anschaulich machen und damit einen Teil zum kirch­lichen Umbau­prozess beitragen.

“Wir gestalten Diakonie in einer säkularer und religiös pluraler werdenden Gesell­schaft. Wie gelingt uns das, ohne unser beson­deres evange­li­sches Profil aufzu­geben?”, fragte Diakonie-Präsident Lilie auf der Jahrestagung.
Dafür brauche es vor allem ein konzep­tio­nelles Nachdenken über das Selbst­ver­ständnis von Kirche und Diakonie in einer Gesell­schaft im Wandel. Die Diskussion um das kirch­liche Arbeits­recht und die Frage der Religi­ons­zu­ge­hö­rigkeit als beruf­licher Anfor­derung habe die Profil­frage in der Diakonie noch verschärft. “Das kirchlich-diako­nische Selbst­ver­ständnis unserer Arbeit muss für die Politik, die Öffent­lichkeit und für die Nutze­rinnen und Nutzer diako­ni­scher Angebote erkennbar und nachvoll­ziehbar bleiben”, betonte Lilie. Die Arbeits­stelle midi soll an dieser Stelle mit überzeu­genden Formaten die diako­nische Profil­bildung unterstützen.

Der AMD-Vorsit­zende Fischer äußerte sich erfreut darüber, dass das Thema Mission in den Landes­kirchen angekommen sei und durch die Arbeits­stelle midi zum Gemeingut für Kirche und Diakonie werde.
“Vorbei ist die Zeit, in der nur sehr verschämt in der Kirche über Mission gesprochen wurde und in der dem Thema sowie der Praxis der “Mission” etwas Unanstän­diges oder gar Reaktio­näres anhaftete. Mission und Evange­li­sation gehören zum Grund­auftrag der Kirche.”

Auf der Jahres­tagung stellte midi erste Arbeits­themen vor und nahm die Teilneh­menden mit auf eine Tour zu missio­na­risch-diako­ni­schen Projekten in Berlin. Darunter waren die Gemeinden “Berlin­projekt” und “Refo Moabit”, die stark sozial­raum­ori­en­tiert Kirche für junge Menschen in der Großstadt gestalten und der Kirchen­kreis Lichtenberg, der eine eigene Studie über Konfes­si­ons­lo­sigkeit vorstellte.

Über midi
midi ist die Zukunfts­werk­statt für die Kommu­ni­kation des Evange­liums in Kirche, Diakonie und Gesell­schaft. Die Arbeits­stelle ist ein gemein­samer Arbeits­be­reich der Evange­li­schen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland und der Arbeits­ge­mein­schaft Missio­na­rische Dienste (AMD) in Träger­schaft des Evange­li­schen Werkes für Diakonie und Entwicklung e.V. in Berlin. Die fachliche Aufsicht und Steuerung liegen bei einem zwölf­köp­figen Kuratorium mit Vertre­te­rinnen und Vertretern der drei Organi­sa­tionen, dem Dr. Michael Diener, Präses des Evange­li­schen Gnadauer Gemein­schafts­ver­bandes und Mitglied im Rat der EKD, vorsitzt. Das Kollegium der Arbeits­stelle besteht aus elf Referen­tinnen und Referenten und wird von Direktor Dr. Erhard Berneburg geleitet.

Presse­mit­teilung midi

Rückfragen an:
Louisa Winkler | Referentin für Kommunikation
louisa.​winkler@​mi-​di.​de
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Diakonie Deutschland
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