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MitGefühl & EmPathie: Eine Ausstellung der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof

MitGefühl & EmPathie: Eine Ausstellung Der Diakonischen Brüder- Und Schwesternschaft Wittekindshof

Am 15. November 2019, dem diesjährigen Brüder- und Schwesterntag, wird eine Ausstellung eröffnet. Diese Ausstellung hat das Kernthema „Mitgefühl“. Weitere Themen sind „Achtsamkeit“ und „Resonanz“.  

Eröffnen wird sie der Schirmherr der Ausstellung, Vizepräsident Ulf Schlüter von der Evangelischen Kirche in Westfalen am Freitagmorgen während der Versammlung in der Turnhalle. Anschließend ist dann für alle die Gelegenheit, sich selbst einen ersten Eindruck von der Ausstellung zu machen. Gleichzeitig werden auch noch weitere Präsentationen in der Kirche und der Kapelle wie auch in der Turnhalle stattfinden, so z.B.  die wohltuende Wirkung der Schwingungen von Klangschalen und meditative Orgelmusik.

Wer sich mit den Themen Mitgefühl, Achtsamkeit und Resonanz beschäftigt wird schnell merken, dass es sich dabei um Konzepte handelt, die eine besondere Bedeutung in der sozialen und pflegerischen Arbeit haben.

„Über ihre eigenen Arbeitsfelder hinaus
tritt die Diakonie für eine Kultur des Mitgefühls, der
Barmherzigkeit und der Hilfsbereitschaft ein. Diakonische
Einrichtungen und Dienste sind sowohl in
ihrer öffentlichen Kommunikation als auch mit ihrer
Beispielwirkung gefragt“

(„Charakteristika einer diakonischen Kultur“ 2008, Diakonisches Werk der EKD).

 Die Ausstellung soll zum einen die christlichen Wurzeln und Bedeutungen des Konzeptes Mitgefühl zeigen. Zum anderen soll deutlich werden, welche Verbindungen bestehen zu modernen Konzepten der Aufmerksamkeit (Achtsamkeit) und Gestaltung von Beziehungen (Resonanz), die Prozesse des Denkens und insbesondere Emotionen einbeziehen.

Die drei Konzepte sind geeignet, den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit, sozialen Emotionen und zwischenmenschlichen Beziehungen genauer zu betrachten. Das zeigt zum Beispiel die Aufnahme der Verbindung von Mitgefühl und Achtsamkeit in den Erziehungswissenschaften. Mitgefühl und Selbstmitgefühl haben sich dabei zu einem sehr wichtigen, eng mit Achtsamkeit verbundenen Forschungsfeld mit großer Bedeutung für Schulpädagogik, Lehrerbildung und Lehrergesundheitsförderung entwickelt. Damit ist ein wesentlicher Aspekt der Intention der Ausstellung beschrieben, denn sie richtet sich eben auch an Kinder und Jugendliche. Inzwischen werden die Konzepte des Mitgefühls und der Achtsamkeit in der Gesundheitsförderung Mitarbeitender in pflegerischen und sozialen Berufen eingesetzt. So hat z.B. die Charité in Berlin Möglichkeiten zur Meditation für die pflegerischen und ärztlichen Teams der Intensivstationen eingeführt.

In der aktuellen öffentlichen und politischen Diskussion ist Mitgefühl ein häufig genutzter, aber gleichzeitig umstrittener Begriff: In der Debatte um die Aufnahme Geflüchteter, in der wachsenden Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, in der Anteilnahme, wie aber auch den Hasstiraden innerhalb der sozialen Medien. Spektakuläre Fortschritte hat die wissenschaftliche Erforschung von Mitgefühl und Empathie insbesondere durch die Neurowissenschaften gemacht. Die neuen Erkenntnisse führten auch dazu, dass nachweislich das Erlernen und Trainieren vieler Aspekte des Mitgefühls in Therapie und Meditation Stressreduktion und Gesunderhaltung bewirken. Bei all dem wird oft übersehen, dass Mitgefühl zu den zentralen Konzepten des christlichen Glaubens gehört.   Mitgefühl – in kirchlicher Sprache noch häufig Barmherzigkeit genannt – steht im Zentrum des Christentums, des Judentums, des Islam, des Buddhismus und zahlreicher anderen Religionen.

Zwanzig bebilderte Tafeln nehmen sehr unterschiedlich Aspekte der Themen auf. Dabei besteht zum einen die Möglichkeit, einfach einzelne Bilder mit kurzen Information auf sich wirken zu lassen. Für viele Themen sind aber auch vertiefende Informationen hinterlegt. Ebenso gibt es Möglichkeiten, sich kleine, informative Filme anzuschauen, die auf den Monitoren zu sehen sind, aber auch bei Interesse auf dem eigen Smartphone abrufbar sind. Viele der Themen sind auch pädagogisch aufbereitet für Kinder aus Kindergärten und Grundschulen. Einige Texte und Themen sind auch in leichter Sprache verfügbar. Mit diesen und anderen besonderen Formen der Kommunikation werden vor allem Menschen mit Behinderungen angesprochen. Die Ausstellung wird nach dem 15. November für 14 Tage im Haus Morgenstern zu sehen sein. Hier gibt es mit Voranmeldung die Gelegenheit, mit Gruppen von Kindern, aber auch von Mitarbeitenden und von Menschen mit Behinderungen eine Führung zu bekommen.

Danach wird die Ausstellung an eine Schule in Bad Oeynhausen verliehen. Im Jahr 2020 wird sie dann zunächst wieder im Wittekindshof sein. Anschließend soll sie wandern, das heißt sie wird an verschieden regionale und überregionale Interessenten wie z.B. Bildungseinrichtungen, Kommunen und Kirchengemeinden verliehen.

Über die Ausstellung kann man sich auf einer eigenen thematischen Internetseite informieren unter www.mitgefühlundempathie.de .

Förderer der Ausstellung sind der VEDD, die Evangelische Kirche von Westfalen und die BKK Diakonie.

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