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Für vier junge Diakone begann jetzt ihr Dienst

vier frisch gebackene Diakone treten ihren Dienst an

(v.l.) Timo Richter (Diakon in der Kirchen­ge­meinde Würzburg St. Paul und Projekt­leitung Konfir­man­den­un­ter­richt im Dekanat Würzburg), Benjamin Molinaro (Diakon und Trainee im Verwal­tungs­be­reich – Verwal­tungs­verbund 3 mit Schwer­punkt­ein­richtung Kirchen­ge­mein­deamt Erlangen), Florian Lange (Diakon und pädago­gische Fachkraft in der beruf­lichen Jugend­hilfe im Waldheim bei der Rummels­berger Dienste für junge Menschen gGmbH) und Maximilian Hagn (Dekanats­ju­gend­re­ferent im Dekanats­bezirk Pappenheim) 
(Foto: Dorothée Krätzer)

vier frisch gebackene Diakone treten ihren Dienst an – ein Interview mit den Vieren lesen Sie hier:

… sechs Jahre lang vorbereitet

Für vier junge Diakone begann jetzt ihr Dienst

Rummelsberg. Berufs­wunsch Diakon – mit diesem Ziel starteten im Herbst 2015 vier junge Männer mit ihrer Ausbildung in Rummelsberg. Sechs Jahre mit Fachaus­bildung, Studium, theolo­gi­scher und gemein­schaft­licher Ausbildung, Praktika und Prüfungen liegen nun hinter ihnen. Timo Richter (23), Maximilian Hagn (25), Florian Lange (26) und Benjamin Molinaro (26) haben ihr Ziel erreicht: Seit 1. September sind sie auf ihren ersten Stellen angekommen. Eine Woche bringt sie nun noch einmal zurück nach Rummelsberg, eine letzte intensive Vorbe­reitung und Verge­wis­serung vor ihrer Einsegnung zum Diakon und Bruder der Rummels­berger Brüder­schaft. Eine Gelegenheit zusammen mit ihnen zurück und nach vorne zu blicken.

Wer sich für einen Beruf entscheidet, hat gewisse Vorstellung davon. Hat die Ausbildung dieses Bild verändert?

Benjamin Molinaro: Ja, für mich 100 – prozentig, ich habe eine 180 Grad-Drehung gemacht. Nach Rummelsberg ging ich ganz klar mit der Vorstellung Gemeinde- oder Jungend­diakon zu werden. Im Lauf meines Studiums habe ich gelernt, dass ich in der Verwaltung gut aufge­hoben bin. Hier kann ich etwas bewegen, werden Diakone gebraucht. Ich habe daher meinen Sozialwirt gemacht und habe jetzt als Diakon und Trainee im Kirchen­ge­mein­deamt in Erlangen angefangen. Da hat sich wirklich viel bei mir verändert und es war ein guter Prozess.

Florian Lange: Bei mir war es ähnlich, mein Ziel war ebenfalls Gemein­de­diakon in der Jugend­arbeit. Es war gut, dass wir während der Ausbildung in die verschie­denen Berufs­felder schnuppern konnten. Ich habe dabei gemerkt, dass ich gern in der Jugend­hilfe arbeiten will. Ich möchte dort Menschen befähigen, ein eigen­stän­diges Leben führen können. Das hat für mich den Ausschlag gegeben, mich für diesen Weg zu entscheiden. Ich habe als pädago­gische Fachkraft im Rummels­berger Waldheim begonnen, wo ich mit jungen Auszu­bil­denden von 16 bis 21 Jahren arbeite.

Eineinhalb Monate auf einer Stelle sind sehr kurz – gibt es trotzdem schon etwas, was euch dort besonders gut gefällt?

Maximilian Hagn: Nach einem Jahr Corona ohne haupt­amt­lichen Mitar­beiter — die Stelle war ein Jahr lang vakant – haben sich in Pappenheim alle auf mich als den neuen Dekanats­ju­gend­re­ferent gefreut. Ich war gleich angenommen. Aktuell gibt es hier nur eine kleine Gruppe hochenga­gierter Jugend­licher. Diese haben in eigener Regie im Sommer ein Zeltlager durch­ge­führt, ihr Herzens­stück, eine Tradition seit Genera­tionen. Da ist ganz viel Wissen da. Als der „Neue“ bin ich ein Lernender und freue mich auf die Zusam­men­arbeit mit ihnen.

Bei der Einsegnung erhaltet ihr das Diako­nen­kreuz. Wenn ihr zudem einen QR-Code hättet, wohin würde der leiten? 

Timo Richter: Zu einer Spotify-Playliste (ein digitaler Musik­dienst). Sie würde ganz viele unter­schied­liche Lieder mit allen Facetten enthalten, Symbole für die Bereiche, die ich abdecken möchte. Angefangen von Spaß, Blödsinn und Auf-Den-Putz-Hauen, bis zu ruhiger, medita­tiver Musik als Ausdruck für: „Der kann auch zuhören“ und „den rufe ich an, wenn es mir nicht so gut geht“ – ein Bild, das ich versuche in die Arbeit zu tragen.

Maximilian Hagn: Bei mir würde der QR-Code eine Kamera öffnen und zwar die Kamera auf sich selbst, die Selfiecam. Nicht ich selbst stehe im Vorder­grund – ich bin zwar da, bin sozusagen der Auslöser der Kamera, aber der Blick richtet sich auf die Bedürf­nisse der anderen.

Benjamin Molinaro: Am ehesten passt das Bild einer Visiten­karte mit ganz vielen Möglich­keiten, mich zu kontak­tieren. Ich glaube, das ist ein sehr zentraler Punkt meines Berufes und von mir. Was ich Leuten bei Begeg­nungen mitgeben würde, wäre eine Visiten­karte und der Wunsch, dass man sich nochmal trifft.

Florian Lange: Vermutlich ebenfalls eine Musik­liste mit Musik zur aktuellen Situation — wie es mir gerade geht oder was ich dem anderen wünsche.

Was für Ziele und Wünsche habt ihr für die Zukunft? Wo soll es hingehen? 

Benjamin Molinaro: Genau hier, wo ich bin, im brüder­schaft­lichen Austausch. Das zu bewahren ist mein großes Ziel. Ich denke, wir haben einen großen Schatz auf Grund der sozialen Medien.

Florian Lange: Mit Menschen Leben gestalten – wie und mit welcher Klientel weiß ich noch nicht.

Maximilian Hagn: Ich möchte Kirche wieder zu einem attrak­tiven Erlebnis machen, bezie­hungs­weise die Seiten, die das bereits sind, heraus­kitzeln und –stellen. Hin zu den Leuten – auch wenn’s scheinbar unnötig ist. Menschen haben es verdient angesprochen zu werden. Sie entscheiden, ob sie den Impuls mitnehmen – vielleicht in zehn Jahren?

Timo Richter: Dass mein diako­ni­sches Profil sichtbar ist. „Mitein­ander und fürein­ander unterwegs sein“ lautet mein Motto als Diakon, mit den Menschen unterwegs sein, die mir begegnen, völlig egal welcher Herkunft, welcher Konfession oder welcher Orien­tierung. Den Menschen annehmen, lautet der Auftrag, den wir von Gott bekommen haben. Ich glaube, vielen Leuten ist wichtig, dass in der Kirche Licht brennt und dass jemand für sie da ist.

Maximilian Hagn: Wir sind da in der Kirche, wo wir gebraucht werden. Auch an den Stellen, wo’s brennt.

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